Industriegipfel in Antwerpen – „Was einmal weg ist, kommt nicht wieder“

Antwerpen/Frankfurt am Main, 12. Februar 2026 – Beim European Industry Summit in Antwerpen haben Vertreter aus Politik und Industrie am 11. Februar 2026 über die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Wirtschaft beraten. Thema waren unter anderem Energiepreise, Investitionsbedingungen und die Zukunft der industriellen Produktion in der EU.

Im Anschluss wandte sich der Verband der Kunststofferzeuger, Plastics Europe, mit einem offenen Brief an die Staats- und Regierungschefs der Mitgliedstaaten, darunter auch an Bundeskanzler Friedrich Merz.

Europa stehe vor einer „strategischen Entscheidung“

„Entweder wir schützen unsere industrielle Basis. Oder wir überlassen sie globalen Wettbewerbern“, heißt es im Brief. Nach Angaben des Verbands ist der Anteil Europas an der weltweiten Kunststoffproduktion von 22 Prozent im Jahr 2006 auf 12 Prozent im Jahr 2024 gesunken. Ursache sei nicht eine sinkende Nachfrage, sondern die Verlagerung von Investitionen in Regionen, in denen die Wettbewerbsbedingungen besser seien.

Plastics Europe sieht nun die EU-Mitgliedstaaten in der Verantwortung. Es brauche mehr Planungssicherheit für Investitionen, bezahlbare Energie und eine gezielte Nutzung der Einnahmen aus dem Emissionshandel, um Investitionen in Kreislaufwirtschaftstechnologien zu fördern, die zur Reduzierung von CO2-Emissionen beitragen.

„Wenn in der Kunststoffproduktion Anlagen geschlossen werden, kommen sie meist nicht zurück“, betont Dr. Christine Bunte, Hauptgeschäftsführerin von Plastics Europe Deutschland. „Dafür sind gerade bei energieintensiven Großanlagen die Anlagenkosten zu hoch und die Investitionszyklen zu lang. Wir brauchen daher Rahmenbedingungen, die Investitionen und Arbeitsplätze in Europa halten.“

Nach Angaben von Plastics Europe beschäftigt die Kunststoffindustrie in Europa rund 1,5 Millionen Menschen und erwirtschaftet einen Jahresumsatz von etwa 400 Milliarden Euro. Mehr als 50.000 Unternehmen sind entlang der Wertschöpfungskette tätig. In Deutschland ist die Branche besonders stark vertreten. Das Land ist im europäischen Vergleich Spitzenreiter bei Produktion, Verarbeitung und Maschinenbau für Kunststoffe.

Offener Brief der Kunststofferzeuger an Bundeskanzler Friedrich Merz

Über den Verband

Plastics Europe ist der paneuropäische Verband der Kunststoffhersteller mit Büros in ganz Europa. Seit über 100 Jahren prägen Wissenschaft und Innovation die DNA unserer Branche. Unsere Mitglieder stellen über 90 % aller Polymere in der EU27+3 (Norwegen, Schweiz, UK) her. Wir verstehen uns als Impulsgeber der Industrie, mit der Verantwortung, im offenen Dialog mit Stakeholdern sichere, kreislauforientierte und nachhaltige Lösungen zu entwickeln. Unser Ziel ist es, langfristig positive Veränderungen zu gestalten.


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