
Ihr Ansprechpartner zum Quartalsbericht Q3/2025
Maximilian Nichterlein
Wirtschaftssprecher
Plastics Europe Deutschland
Telefon: +49 (69) 2556-1438
E-Mail: maximilian.nichterlein@plasticseurope.de
Branche unter Druck: Kunststofferzeuger kämpfen mit schwieriger Lage
Im dritten Quartal 2025 hat sich die Lage der deutschen kunststofferzeugenden Industrie weiter verschlechtert. Produktion, Umsatz und Preise gingen erneut zurück, und auch der Außenhandel entwickelte sich negativ. Die Nachfrage nach Kunststoffen war nicht nur in Deutschland, sondern auch auf dem wichtigsten Absatzmarkt Europa schwach, da viele kunststoffintensive Branchen ihre Produktion drosselten.
Keine Trendwende in Sicht – schwieriges Jahresende erwartet
Im Jahr 2025 ist keine Trendwende mehr zu erwarten. Die Branche blickt vielmehr einem schwierigen Jahresendquartal entgegen. Anhand der bereits veröffentlichten Werte lässt sich ableiten, dass die Kunststofferzeugung in Deutschland auch im vierten Quartal sinken wird und im Jahr 2025 insgesamt weniger Kunststoffe erzeugt werden als im Vorjahr. Und auch die Aussichten für das laufende Jahr sind getrübt.
Gedämpfte Wachstumsperspektiven trotz staatlicher Impulse
Für das Jahr 2026 erwartet die Bundesregierung ein Wachstum von 1 %. Dies ist nach drei Jahren ohne wirtschaftlichen Aufschwung nur eine schwache Erholung, wobei der Großteil des Wachstums auf die Auswirkungen der Sonderschulden und mehr Arbeitstage zurückzuführen ist. Da ein bedeutender Teil der Sonderschulden in den Bausektor fließt, erhofft sich auch die Kunststofferzeugung positive Impulse.
Standortnachteile und globaler Wettbewerbsdruck belasten die Branche
Die Industrieproduktion – als wichtiger Indikator für die Entwicklung der Kunststoffnachfrage – dürfte schwächer ausfallen als die BIP-Entwicklung. Dies liegt daran, dass die weiterhin nicht wettbewerbsfähigen Standortfaktoren in Deutschland vor allem die Industrie treffen. Auch handelspolitische Konflikte, insbesondere mit den USA, sowie Überkapazitäten aus China wirken sich zunehmend belastend auf die heimische Industrieproduktion aus.
Politischer Handlungsbedarf bei Energie, Handel und Bürokratie
Für das Jahr 2026 erwarten wir zwar Entlastungen bei den Energiepreisen. Dennoch braucht es weitere politische Maßnahmen, um hohe Steuern, unfaire Handelspraktiken sowie die übermäßige Bürokratie zu reduzieren.
Freihandelsabkommen als Hoffnungsschimmer
Positiv für die deutschen Kunststofferzeuger könnten sich die geplanten Freihandelsabkommen mit Südamerika und Indien auswirken. Mit einem Inkrafttreten im Jahr 2026 ist allerdings noch nicht zu rechnen. Der spürbare wirtschaftliche Aufschwung in Deutschland und ein Nachfrageboost nach Kunststoffen lässt aufgrund der schwierigen Rahmenbedingungen weiter auf sich warten.
Schwache Nachfrage in Europa – Mehr Fokus auf außereuropäische Märkte
Die Industrieproduktion entwickelt sich in Deutschland und Europa deutlich weniger dynamisch als in anderen Weltregionen. Entsprechend bleibt die Nachfrage auf dem europäischen Heimatmarkt voraussichtlich schwach. Unternehmen setzen auf Nachfrage aus außereuropäischen Märkten. Allerdings erschweren hohe Energiepreise, Bürokratie und Abgaben in Europa die Wettbewerbsfähigkeit im internationalen Geschäft.
Der Quartalsbericht betrachtet das wirtschaftliche Umfeld der kunststofferzeugenden Industrie in Deutschland und informiert über wirtschaftliche Kennzahlen der Branche (u.a. Produktion, Umsatz, Außenhandel). Grundlage des Berichts ist die amtliche Statistik.