Neustart der Kreislaufwirtschaft für Kunststoffe in Europa: Ein Aufruf zu dringendem Handeln und mehr Wettbewerbsfähigkeit

Brüssel, 10. April – Die europäische Kunststoffwertschöpfungskette, vertreten durch European Plastics Converters, Plastics Recyclers Europe und PlasticsEurope, begrüßt den Neustart der Circular Plastics Alliance (CPA) als eine zentrale Chance, Europas Ziele für die Kreislaufwirtschaft mit Kunststoffen wieder auf Kurs zu bringen. Angesichts des steigenden Drucks auf den Kunststoffsektor müssen der erneuerte politische Fokus der Europäischen Kommission und der Mitgliedstaaten nun zügig in konkrete Maßnahmen überführt werden.

In einem globalen Umfeld, das von geopolitischer Instabilität und Störungen der Lieferketten geprägt ist, ist der Aufbau eines zirkulären Kunststoffsystems in Europa nicht nur eine ökologische Notwendigkeit, sondern auch eine strategische Voraussetzung. Er ist entscheidend, um die Wettbewerbsfähigkeit Europas zu stärken, seine strategische Autonomie auszubauen und die wirtschaftliche Sicherheit zu gewährleisten. Die Umsetzung dieser Zielsetzung erfordert jetzt entschlossene, koordinierte und konsequente politische Führung.

Mit dem Neustart der Circular Plastics Alliance appelliert die Kunststoffwertschöpfungskette an die europäischen und nationalen Entscheidungsträger, dringend gezielte Maßnahmen zu ergreifen, um:

  • die Wettbewerbsfähigkeit des europäischen Kunststoffsystems wiederherzustellen,
  • sicherzustellen, dass Regulierung praktikabel, zweckmäßig und geeignet ist, den Übergang zur Kreislaufwirtschaft zu beschleunigen,
  • sowie ein förderliches Investitionsumfeld für zirkuläre Technologien und Infrastruktur zu schaffen.

Um diese Ziele zu erreichen, müssen folgende Prioritäten ohne Verzögerung vorangebracht werden:

  • Wiederherstellung fairer Wettbewerbsbedingungen durch die Förderung von in Europa hergestellten zirkulären Kunststoffen,
  • Senkung der Energiekosten, damit zirkuläre Kunststoffe global wettbewerbsfähig sein können,
  • Schließen von Kontroll- und Vollzugslücken, um faire Wettbewerbsbedingungen für alle Marktteilnehmer sicherzustellen,
  • Abbau von unterschiedlichen Regeln und Vorgehensweisen in den Mitgliedstaaten durch eine einheitliche Anwendung und konsequente Durchsetzung der EU‑Vorschriften.
  • Beseitigung bürokratischer und finanzieller Hürden, damit Innovationen entstehen und Investitionen wieder möglich werden.
  • Stärkung der erweiterten Herstellerverantwortung (EPR), damit ein fairer und funktionierender Markt für Kreislaufkunststoffe entsteht.

Wir begrüßen, dass sich die Circular Plastics Alliance nun stärker auf die aktuellen Probleme der Wettbewerbsfähigkeit konzentriert, etwa auf Handelshemmnisse, mangelnde Durchsetzung bestehender Regeln und fehlende Kapazitäten. Besonders positiv sehen wir, dass anerkannt wird, wie wichtig eigene Zollcodes für recycelte Kunststoffe sind. Als Industrie sind wir bereit, diese Arbeit aktiv zu unterstützen und unsere Daten, unser Fachwissen und unsere praktischen Erfahrungen einzubringen. Gleichzeitig betonen wir, dass alle geeigneten Recyclingtechnologien berücksichtigt werden müssen. Nur mit einem technologieoffenen Ansatz lässt sich die Kreislaufwirtschaft im notwendigen Umfang ausbauen.

Wir würdigen außerdem das starke Engagement der EU‑Mitgliedstaaten im erneuerten Rahmen der CPA. Der Schutz eines funktionierenden EU‑Binnenmarktes bleibt dabei zentral. Gleichzeitig sind die nationalen Regierungen gefordert, wirksame Anreize zu setzen und dafür zu sorgen, dass Kreislaufwirtschaft in ganz Europa auch tatsächlich umgesetzt wird.

Jetzt muss die Circular Plastics Alliance von guten Zielen zu konkreten Ergebnissen kommen, und zwar zügig. Als geeinte Kunststoffwertschöpfungskette sind wir entschlossen, diesen neuen Schwung zu nutzen, um messbare Fortschritte zu erzielen und sicherzustellen, dass Europa auch künftig eine führende Rolle bei zirkulären Kunststoffen einnimmt.

Über den Verband

Plastics Europe ist der paneuropäische Verband der Kunststoffhersteller mit Büros in ganz Europa. Seit über 100 Jahren prägen Wissenschaft und Innovation die DNA unserer Branche. Unsere Mitglieder stellen über 90 % aller Polymere in der EU27+3 (Norwegen, Schweiz, UK) her. Wir verstehen uns als Impulsgeber der Industrie, mit der Verantwortung, im offenen Dialog mit Stakeholdern sichere, kreislauforientierte und nachhaltige Lösungen zu entwickeln. Unser Ziel ist es, langfristig positive Veränderungen zu gestalten.


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