Reaktion auf den Parlementsbeschluss zur EU-Verpackungsverordung (PPWR)

Positionen von Verbänden und Industrie zur EU Verpackungsverordnung

Der Parlamentsbeschluss verpasst die Chance, Investitionen in die Kreislaufwirtschaft zu stärken. 

Brüssel, 22.01.2023 – Virginia Janssens, Geschäftsführerin von Plastics Europe AISBL erklärt: „Die EU-Verpackungsverordnung ist einer der wichtigsten Bausteine, für die Transformation des Kunststoffsystems. Obwohl Plastics Europe eine Reihe der heutige beschlossenen Änderungsanträge im EU-Parlaments begrüßt, verpasst der Parlamentsbeschluss die Gelegenheit, wichtige Anreize für die umfangreichen Investitionen zu schaffen, die es braucht, um Kunststoffverpackungen kreislauffähig zu machen.“

Um den Übergang zur Kreislaufwirtschaft mit Kunststoffen zu erleichtern und sowohl das mechanische als auch das chemische Recycling voranzutreiben, braucht es Marktanreize und einen starken regulatorischen Rahmen. Das ist unerlässlich, um den wachsenden Bedarf an hochwertigen recycelten Kunststoffen zu decken, die Abhängigkeit von fossilen Ressourcen zu reduzieren und die Transformation der gesamten Kunststoff-Wertschöpfungskette zu beschleunigen.

Virginia Janssens ergänzt: „Es ist bedauerlich, dass das Parlament die Absenkung der Rezyklateinsatzquoten nicht rückgängig gemacht hat, die der Umweltausschuss vorgelegt hat. Hier wurde erneut eine Chance verpasst, mithilfe der EU-Verpackungsordnung, den Markt für Verpackungen aus recycelten Materialien fördern und ausbauen. Wir sind auch enttäuscht, dass die Abgeordneten es nicht deutlicher klargestellt haben, dass biobasierte Kunststoffe und recycelte Materialien separate, aber sich ergänzende Lösungen sind, die dazu beitragen können, die Plastikindustrie nachhaltiger zu gestalten.“

Plastics Europe bedauert auch, dass das Europäische Parlament die Änderungsanträge abgelehnt hat, welche die einen materialneutralen Ansatz fördern. Dies stellt ein Risiko für zukünftige Investitionen in die Kreislauffähigkeit von Verpackungen in Europa dar, da die widersprüchlichen Vorgaben, Verbote und Reduktionsziele ausschließlich für Kunststoffverpackungen gelten, ohne dass dadurch nachweisbare Umweltvorteile entstehen. Das stellt ein Risiko für weitere Investitionen in die Kreislauffähigkeit von Verpackungen, in Europa, dar, da widersprüchliche Vorgaben, Verbote und Reduktionsziele ausschließlich für Kunststoffverpackungen gelten, ohne Folgenabschätzung oder nachweisliche Vorteile für die Umwelt.

Virginia Janssen ergänzt: „Auch wenn solche Regelungen für einige Interessengruppen politisch attraktiv erscheinen mögen, sind willkürliche Reduktionsziele, oder Maßnahmen, die nur auf Kunststoffe abzielen, keine Lösung. Dies führt nur dazu, dass Kunststoffe durch andere Materialien ersetzt werden, ohne nachgewiesenen Nutzen für die Umwelt und es trägt auch nicht zur Lösung des Problems mit Einwegverpackungen bei. Die EU-Verpackungsverordnung sollte stattdessen besser praktische Investitionsanreize schaffen, um die Transformation zur Kreislaufwirtschaft zu fördern und zu beschleunigen.“

Über Plastics Europe

Plastics Europe ist der paneuropäische Verband der Kunststofferzeuger mit Büros in mehreren Wirtschaftszentren Europas. Mit fast 100 Mitgliedsunternehmen, die für mehr als 90 Prozent der Kunststoffproduktion in Europa stehen, sind wir ein bedeutender Akteur der Kunststoffindustrie, mit der Verantwortung, offen und eng mit den verschiedensten Interessengruppen zusammenzuarbeiten – um sichere, kreislauffähige und ressourcenschonende Ideen und Produkte zu entwickeln. Unser Ziel ist es, den Wandel der Branche hin zu mehr Nachhaltigkeit intensiv voranzutreiben.


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